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Fluoreszenz

  • Die Fluoreszenz ist ein optisches Phänomen, bei welchem ein Material bei Anregung durch ultraviolette Strahlung aufleuchtet
  • Da Fluoreszenz Auswirkungen sowohl auf den Preis als auch auf das Erscheinungsbild eines Diamanten haben kann, ist sie in jedem gemmologischen Zertifikat vermerkt
  • Wichtig: Aus gemmologischer Sicht ist Fluoreszenz bei Diamanten kein Qualitätsmerkmal, sondern ein Identifikationsmerkmal.



Die für die fluoreszierende Wirkung verantwortlichen Veränderungen in der Kristallstruktur des Diamanten, die das optische Phänomen sowohl hervorrufen, als auch verhindern können, sind in keiner Weise schlecht oder schädlich für den Edelstein (mehr dazu). Ungefähr 25-35% aller Diamanten weisen einen unterschiedlich starken Grad an Fluoreszenz auf. Hierbei wird die Intensität wie folgt eingestuft:

ENGLISCH
DEUTSCH  
Bedeutung
None
Keine
Keine Fluoreszenz
Faint
Schwach
Unter UV Licht ist ein minimales Leuchten zu erkennen
Medium
Mittel
UV Licht lässt den Diamant leuchten
Strong
Stark
Die Reaktion des Diamanten auf langwelliges UV Licht ist deutlich sichtbar
Very Strong
Sehr stark
Die Reaktion des Diamanten auf langwelliges UV Licht ist sehr deutlich sichtbar

None
Faint
Medium
Strong
Very strong






Diamantring kaufen - unser Tip:

Fluoreszenz spielt eine wichtige Rolle bei Diamanten – sowohl was den Preis betrifft als auch das Erscheinungsbild.
Finden Sie Gefallen an dem besonderen optischen Phänomen, das nur 25-35% aller Diamanten zu eigen ist, dann freuen Sie sich über den etwas günstigeren Preis Ihres Wunsch-Diamanten. In jedem Fall werden wir Sie im Einzelfall zu Ihrem Diamanten beraten und können den jeweiligen Edelstein vorab von unseren Partnern begutachten lassen.
Kaufen Sie Diamanten mit einem Investmentgedanken und möchten Sie diesen irgendwann weiterverkaufen, empfehlen wir, sich der herrschenden Marktmeinung zu beugen und auf Fluoreszenz zu verzichten.

Hinweis: Im Zertifikat Ihres Diamanten beschreibt die Fluoreszenz die Reaktion des Edelsteines auf langwellige ultraviolette Strahlung bei 366 nm. Kurzwellige ultraviolette Strahlung (254 nm) wird allerdings auch für Diamanten in einem anderen Zusammenhang interessant. Mehr dazu hier.

In 95% der Fälle fluoreszieren Diamanten blau, in seltenen Fällen kann das Leuchten aber auch anders gefärbt sein.

Fluoreszenz und Preis

Diamanten, die Fluoreszenz aufweisen, sind heute im Markt meist günstiger. Bei hohen Farben (D-G) kann der Preisunterschied sogar bis zu 15% betragen. Der Markt bewertet Fluoreszenz also negativ, was sich im Preis widerspiegelt. Ein Grund dafür könnte die Angst vor so genannten „overblues“ sein. Dies sind Diamanten mit extrem starker blauer Fluoreszenz, die den Edelstein etwas trüb erscheinen lassen. Das wahrscheinlich bekannteste Beispiel dafür ist der 127 Karat schwere „Portugiesische Diamant“, der größte geschliffene Diamant der Smithsonian Collection.

Aus gemmologischer Sicht kommen Studien des Gemological Institute of America (GIA) zu einer anderen Bewertung der Fluoreszenz bei Diamanten- insbesondere deren Verwendung als Schmuck betrifft: Demnach geht hervor, dass in der überwältigenden Mehrheit der fluoreszierenden Diamanten kein nachteiliger Einfluss auf das Erscheinungsbild des Edelsteines festzustellen war. Im Gegenteil: In vielen Fällen haben die Probanden das Vorhandensein der Fluoreszenz begrüßt. Hat der Diamant nämlich etwas Farbe, neutralisiert die bläuliche Fluoreszenz den gelblichen Grundton des Farbgrades und der Edelstein wirkt heller.  Dies zeigt sich auch in den beiden wichtigsten Ergebnissen einer GIA Studie aus dem Jahr 1997:

  1. Der (positive) Effekt von Fluoreszenz auf das Erscheinungsbild des Diamanten ist am deutlichsten in den niedrigeren Farbgraden I bis K zu beobachten. Gleichzeitig ist der (negative) Einfluss von Fluoreszenz auf den Preis am größten in den höheren Farbgraden.
  2. Das Vorkommen von „overblues“, welche den negativen Einfluss von Fluoreszenz auf den Marktpreis begründen, ist extrem selten. Gerade einmal 0,2 % von allen fluoreszierenden Diamanten, die von GIA untersucht werden, weisen eine Trübung durch Fluoreszenz auf. Es sind sogar so wenige an der Zahl, dass es GIA nicht gelungen ist, für eine gesonderte Studie dieser Diamanten genügend Edelsteine zu finden.

Fluoreszenz früher wurde anders bewertet

Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die feinsten, farblosen und transparentesten Diamanten als „Blauweiß“ (Blue White) bezeichnet. Der Begriff zielt auf einen bläulichen, durch Fluoreszenz bedingten Farbstich ab. Damals galt das bläuliche Leuchten als zusätzliches Funkeln und Qualitätsmerkmal. Der aufwertende Effekt von Fluoreszenz auf den Farbgrad des Edelsteines war schon bekannt. Im Zuge der Standardisierung der amerikanischen Bundeshandelskommission wurde der Begriff allerdings für irreführend erklärt und ausschließlich für blaue Diamanten reserviert. Hinzu kommt, dass im Zuge der Vereinheitlichung der Graduierungs- und Bewertungssysteme für Diamanten die Fluoreszenz aufgrund ihres aufwertenden optischen Effektes als störend empfunden wurde. Anfangs gab es noch keine normierten Graduierungslampen mit UV-Filtern, sodass ein Diamant je nach Beleuchtung anders gewertet wurde. Ursprünglich kamen die Blauweißen Diamanten aus der südafrikanischen Jagersfontein Mine. Nicht nur wurde der Begriff „Jager“ als Synonym für Blauweiß genommen, sondern Jager war auch die Bezeichnung für den höchsten Farbgrad eines Diamanten.

Veränderungen in der Kristallstruktur des Diamanten

Diamant ist ein sehr reines Mineral. Trotzdem kommen verschiedene strukturelle Defekte in der Kristallstruktur vor. Hierbei handelt es sich um Verunreinigungen durch einzelne oder mehrere Atome, vornehmlich Stickstoff, Wasserstoff oder Bor. In den meisten Fällen findet man Stickstoff- dieser ist übrigens auch für die gelbliche Färbung der Farbgrade verantwortlich. Veränderungen der Struktur durch Stickstoff können sowohl Fluoreszenz hervorrufen als auch verhindern. Wichtig hierbei ist die Anzahl an Stickstoffatomen:
i)    Eine Gruppe von zwei Stickstoffatomen, das sogenannte A Aggregat, verhindert Fluoreszenz
ii)    Eine Gruppe von drei Stickstoffatomen, das sogenannte N3 Zentrum, verursacht bläuliche Fluoreszenz
iii)    Eine Gruppe von vier Stickstoffatomen, das sogenannte B Aggregat, verhält sich neutral
iv)    Ein einzelnes Stickstoffatom wiederrum kann für gelbe Fluoreszenz verantwortlich sein
v)    Hinzu kommt eine Vielzahl von weiteren Möglichkeiten und Kombinationen aus den oben genannten Stickstoffgehalten, die sich jeweils nach Lage, Symmetrie und Beschaffenheit im Einzelfall anders auswirken können.