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Entstehung & Gewinnung

Diamanten entstehen tief im Inneren des Erdmantels unter hohem Druck und Temperatur. In 150 km Tiefe herrschen der nötige Druck von ca. 60.000 Atmosphären (60.000 Bar) und eine Temperatur von 2000 °C. Vulkanisches Gestein dient als Transportmittel um aus der Tiefe an die Erdoberfläche zu gelangen. Dabei ist die Gefahr groß, dass der Diamant verbrennt und in Graphit oder Kohlenstoffdioxid verwandelt. Zusammen mit großen Mengen Magma werden die Diamanten aus der Erde geschleudert.


Copyright © 2017 Rio Tinto

Die trichterförmigen Überreste der Gesteinsformationen nennt man Kimberlit (oder Lamproit in Australien). Der erste dieser sehr tief reichenden (1-2 km), senkrechten Schlote vulkanischen Ursprungs wurde in der Nähe der südarfikanischen Stadt Kimberley entdeckt. Die Kimberlitschlote bestehen an der Oberfläche aus tonhaltigem Gestein, das wegen seiner gelblichen Farbe auch „yellow ground“ (gelbe Erde) genannt wird. Es ist das Verwitterungsprodukt des Kimberlitgesteins, das auch „blue ground“ (blaue Erde) genannt wird. Oft bedecken auch fremde Materialien und Vegetation die ehemaligen Vulkankrater.Interessant sind die Anfänge der Diamantförderung in Kimberley: Die bekannte Kimberley Mine wurde ohne maschinelle Hilfsmittel von 1871 bis 1914 betrieben. Dadurch entstand das größte von Menschenhand gegrabene Loch.

Das „big hole“ misst 460 Meter im Durchmesser an der Oberfläche und geht knapp über einen Kilometer in die Tiefe. Am Schluss wurden auch im Untertagebau nicht mehr genug Diamanten gefunden, sodass die Mine aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit geschlossen wurde. Insgesamt wurden fast drei Tonnen Diamanten abgebaut, das entspricht ca. 14,5 Millionen Karat.

Entstehung und Abbau eines Kimberlitschlots:




Von links nach rechts:
1. Vulkanausbruch, Transport der Diamanten aus Tiefen von 150- 200km
2. Verwitterung des Vulkankegels
3. Kegel verschwindet
4. Erschließung des Schlots im Tage- sowie Untertagebau



   





Primäre und sekundäre Fundstellen

Man unterscheidet die Abbaugebiete in primäre und sekundäre Fundstätte. Kimberlit- und Lamproitschlote zählt man zu den primären, während das Sedimentgestein in Bächen, Flüssen und Küsten zu den sekundären Lagerstätten zählen. Verwittern Kimberlite gelingt Gestein – und damit die Diamanten – durch Erosion, Wind und Regen in die Seifenlagerstätten. Genau genommen sind allerdings auch Kimberlite sekundär, da Diamanten im Erdinneren entstehen.

Diamanten werden auf vier Arten gewonnen

Je nachdem wo die Diamanten abgebaut werden kommen verschiedene Förderungsmethoden zum Einsatz:


Offener Tagebau



Wirtschaftlich gestaltet sich die Förderung bis ca. 0,2 Karat pro Tonne Gestein. Dabei variieren allerdings die Ausbeute-Verhältnisse je nach Mine, Lagerstätte und Förderungsart. In der Regel wird jedoch mit 0,5 – 1 Karat pro Tonne abgebauten Gesteins gerechnet. Zum Vergleich: Die weltweit bekannte australische Argyle Mine erwirtschaftet mit 6-7 Karat pro Tonne ein Vielfaches davon. Lediglich 5% der gewonnen Edelsteine haben Schmuckqualität (sonst ca. 20-25%), dafür produziert die Mine aber fast 90% aller pinken Diamanten weltweit.

Untertagebau



Dahingegen ist es weit aufwendiger Diamanten aus dem „blue ground“ zu extrahieren. Dazu muss dieses unter großem Maschineneinsatz im offenen Tagebau sowie im Untertagebau gefördert werden. Danach wird das Gestein in Steinbrechern zerkleinert und anschließend gewaschen und gesiebt. Dabei kommen modernste Filtertechniken zum Einsatz, welche die verschiedenen Eigenschaften des Diamanten ausnutzen: Insbesondere die Haftfähigkeit zu Fett, die später im Rahmen der Schmuckreinigung und Pflege eher störend wirkt, ist hier von Vorteil. Auch die Fluoreszenz unter Röntgenstrahlung und optische Taster helfen beim Filtern der wertvollen Edelsteine. Trotz aller technischen Möglichkeiten ist die finale Auslese nach wie vor Handarbeit.

Seifenlagerstätten


Am einfachsten gestaltet sich der Abbau von Diamanten in Flusssedimenten aus den Ablagerungen des verwitterten Kimberlitgesteins. Dabei wird die Erde und das Sediment („yellow ground“) gesiebt und Diamanten so herausgefiltert. Diamanten aus sekundären Lagerstätten entsprechen zwar nur ca. 10-15% der Weltproduktion, dafür sind diese allerdings oft von hoher Qualität und überdurchschnittlicher Größe. Vor der Entdeckung der Kimberlitschlote wurden Diamanten hauptsächlich in alluvialen Lagerstätten (sedimentäre Seifenlagerstätten) abgebaut.


Küstenförderung


Wurden die Diamanten aus dem Muttergestein in Bäche und Flüsse transportiert, gelangen sie letztendlich auch ins Meer. Daher wird auch an Küstenregionen mit Schiffen, die Sandablagerungen ähnlich wie große Staubsauger filtern, Diamanten abgebaut. Die Gewinnung von Diamanten aus Kimberlitschloten ist mit ca. 80% die wichtigste Abbauart.



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