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Zertifikat

  • Zertifikate garantieren Qualität und machen Diamanten vergleichbar
  • Nur unabhängige, international renommierte gemmologische Institute ermöglichen eine objektive Bewertung. Im Gegensatz zum weit verbreiteten Hauszertifikat eines Juweliers werden Diamanten bei GIA, HRD und IGI anonym bewertet. Das heisst, der Diamantgutachter weiss nicht, wem der Edelstein gehört.



Standard im Diamant- und Schmuckhandel

Zertifikate sind heutzutage Standard für den Diamant- und Schmuckhandel. Durch die Zertifizierung eines unabhängigen gemmologischen Institutes wie dem Gemological Institute of America (GIA), International Gemological Institute (IGI) oder dem Hoge Raad voor Diamante (Hoher Rat für Diamanten, HRD) werden nicht nur die Standards der Graduierung mehr und mehr vereinheitlicht: Durch die neutrale Bewertung Dritter wird der Verkauf von Schmuck und Diamanten über das Internet erst möglich gemacht. Viele Leute gehen sogar noch einen Schritt weiter und sehen Diamanten auf dem Weg zu einer Assetklasse, da die Edelsteine durch die Zertifizierung immer leichter zu vergleichen sind. Im Folgenden finden Sie eine Auflistung ausgewählter gemmologischer Prüflabore. Im Anschluss finden Sie dann weiter nützliche Hinweise:


GEMOLOGICAL INSTITUTE OF AMERICA (GIA)

Das Gemmologische Institut Amerikas (GIA) wurde bereits 1931 gegründet und wurde mit der Zeit der der Standard für gemmologische Untersuchungen und Bewertungen. Weltweit bekannt und angesehen ist GIA nicht nur für ihre Zertifizierung und Forschung, sondern auch für den Beitrag zu Standardisierung und Vereinheitlichung gemmologischer Bewertungsgrundlagen im Laufe der Jahrzehnte. Die berühmten „Vier C“ als Grundlage für eine gemeinsame Sprache rund um das Thema Diamant wurde von GIA eingeführt. Auch in der Diamantgraduierung hat GIA mit der Entwicklung neuer Graduierungsnormen 2005 Maßstäbe gesetzt. GIAs Status als Nonprofit-Organisation gewährt ihr ein zusätzliches Maß an Integrität. Einziger Nachteil momentan: Aufgrund von hoher Nachfrage und langer Wartezeiten dauert der Graduierungsprozess derzeit ca. 5 Wochen. Es gibt keinen europäischen Standort dafür.


INTERNATIONAL GEMOLOGICAL INSTITUTE (IGI)

Das Internationale Gemmologische Institut (IGI) wurde 1975 in Antwerpen, Belgien, gegründet und gehört heute zu den führenden internationalen gemmologischen Instituten. IGI ist das größte zentral geführte gemmologische Labor weltweit und hat über 450 Mitarbeiter; jedes Jahr werden über eine Millionen Zertifikate erstellt. In der Diamantgraduierung orientiert sich IGI zwar an den amerikanischen Standards von GIA was Farbe und Reinheit angeht, die Arbeitsweise für die Bestimmung des Schliffes ist allerdings an den IDC-Regeln ausgerichtet. Viele sehen in IGI den europäischen Gegenspieler zu GIA.


HOGE RAAD VOOR DIAMANT (Hoher Rat für Diamanten, HRD)

Gegründet im Jahr 1976 in Antwerpen, Belgien, ist HRD eine international renommierte gemmologische Institution. Die ISO Akkreditierung (EN ISO/IEC 17025) garantiert hohe Qualitätsstandards der Graduierung und der Arbeitsprozesse, die extern und unabhängig geprüft werden. Die praktische Diamantgraduierung bei HRD richtet sich nach den Graduierregeln des IDC (International Diamond Council).  Seit August 2014 wurden die Graduierregeln leicht den amerikanisch dominierten Marktverhältnissen angepasst. HRD Antwerp ist eine kommerzielle Organisation, deren Eigentümer, AWDC (Antwerp World Diamond Center), ist allerdings eine halbstaatliche Institution zur Förderung der Diamantbranche in Belgien. HRD ist sehr beliebt in Europa und Asien (insbesondere Dubai) und gilt mit seinem Sitz in Antwerpen als eine solide Alternative zu GIA.


DIAMANTPRÜFLABOR (DPL)

Die Diamant Prüflabor GmbH in Idar-Oberstein wurde 1977 gegründet und arbeitet nach den IDC-Regeln. DPL ist die deutsche Institution für Diamantgraduierung und bislang das einzige deutsche Prüflabor mit Qualitätsbestätigung nach ISO-Norm (DIN EN ISO/IEC 17025:2005). Ansässig im Hause der Deutschen Gemmologischen Gesellschaft eV (DGemG) in Idar-Oberstein und durch personelle Verwebungen (Mitglied IDC) ist DPL bestens vernetzt. DPL firmiert zwar als GmbH, nimmt aber weder Wertbestimmungen vor, noch beteiligt sich die Gesellschaft am Diamanthandel. Ein weiterer Punkt für die Objektivität und Neutralität ist die anonyme Begutachtung der Diamanten im Labor durch mehrere Gutachter. Und: DPL haftet uneingeschränkt für die Richtigkeit ihrer Expertisen.

EGL International und EGL USA

Gegründet 1974 in Belgien ist das „European Gemological Laboratory“ heute ein anerkannter, wenn auch manchmal umstrittener Markteilnehmer in der Diamantbranche. EGL USA ist ein seit 1986 eigenständiges gemmologisches Institut, dennoch arbeiten beide ähnlich. Weder EGL International noch EGL USA sind Nonprofit-Organisationen. Eine Besonderheit der EGL Zertifikate ist der Reinheitsgrad „SI3“. Allgemein gilt dieser als „augenreine“ bzw. etwas schönere Diamanten mit dem Reinheitsgrad „I1“. Diese Nomenklatur existiert zwar seit längerem, hat sich aber nicht weitläufig etabliert. Diamanten mit EGL Zertifikaten werden meist günstiger angeboten als vergleichbare Edelsteine, die von anderen Instituten zertifiziert wurden. In der Regel weisen EGL zertifizierte Diamanten eine ein bis zwei Stufen bessere Reinheit aus, als dies in einem vergleichbaren GIA oder IGI Zertifikat der Fall wäre.

Nützliche Hinweise

Bei der Zertifizierung von Diamanten geht es in der Regel um Nuancen in den Proportionen, Winkeln und deren Bewertung. Auch spielen kulturelle Aspekte eine Rolle: Beispielsweise bevorzugt man in Europa beim Brillantschliff größere Tafeln, damit dadurch die Brillanz maximiert wird. In Amerika hingegen gilt ein Brillant mit möglichst viel Feuer, also einer kleineren Tafel, als Maß der Dinge. Hier gibt es kein besser oder schlechter, da es sich lediglich um andere Schönheitsideale bzw. Schönheitsmaße handelt.
Institutionen wie der IDC (International Diamond Council, gegründet 1975 durch die Weltverbände der Diamantbörsen und Diamantschleifereien) halfen dabei, die Regeln der Diamantgraduierung zu vereinheitlichen. Heutzutage ist der Diamant der am besten erforschte Edelstein. Durch die sich ständig verbessernden technischen Möglichkeiten wie automatisierte Schleifmaschinen, Maschinen zur Farbbestimmung sowie optische Tastgeräte zur Feststellung der exakten Maße und Proportionen werden menschliche Fehler mehr und mehr ausgeschlossen und die Diamantgraduierung objektiver. Nichtsdestotrotz geht es in der Diamantgraduierung immer noch um den „Charakter“ bzw. das Erscheinungsbild des Edelsteines. Das heißt, gerade in der Reinheitsbestimmung wird nicht quantifiziert, sondern qualifiziert und das Ergebnis ist eine subjektive Auffassung mit Ermessenspielraum, die sich jedoch mit entsprechender Ausbildung innerhalb sehr enger Grenzen reproduzieren lässt.